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23. Dezember 2020
Babysocke auf Reisen – Neuigkeiten von unser aller Winteraktion für Lesbos

Die Pakete sind in der Post und auf dem Weg nach Griechenland!
Unsere besten Wünsche fahren mit ihnen – und all die Erinnerungen an die letzten paar Wochen, in denen uns Eure Menschlichkeit begegnet ist und Eure Bereitschaft, zu handeln. Berührend war das. Wenn ganze Familien oder Freundinnenkreise sich ans Stricken machten, wenn uns elfenhaft schöne Babymützen anvertraut wurden, die schon der heute zehnjährigen Enkelin den Kopf wärmten, wenn Bekannte oder Unbekannte auf uns zukamen mit Unterstützung, Teepaketen oder guten Ideen… all die warmen Reaktionen, die WÄRME IM PAKET zu unserer gemeinsamen Sache machten, sind bereits ein Wert an sich.

Konkret konnten wir dann fast 340 Pakete für die kleinsten Kinder und ihre Eltern zusammenstellen, haben 2007€ an Barspenden gesammelt und 700€ über die ZUGVOGEL_ Backwaren. Die entsprechenden Überweisungen könnt Ihr hier finden. Im Zusammenhang mit unserer kleinen spontanen Wollgemeinschaft wurden ausserdem mindestens 3700€ direkt auf ebendieses Konto überwiesen, von wo aus das Geld den Mitarbeiter*innen vor Ort für die grundlegendste Wintersicherung der Zelte zur Verfügung steht.

Ja. Und während wir hier niedliche Mützen farblich auf winzige Socken oder Handschuhe abstimmten und gemeinsam mit Teepäckchen verschnürten, wurden im Lager wieder drei Menschenkinder geboren. Es gab eine weitere schwere Überschwemmung, schlimmste Alltäglichkeiten und den Tag, an dem die Sonne alle zum Lächeln brachte. WÄRME IM PAKET geschieht im unmenschlichen Rahmen europäischer Geflüchtetenpolitik, die sich auch in den griechischen Lagern zeigt. Ich bleibe dabei, dass jede Babysocke und jedes Lächeln zählt. Gleichzeitig ist es schon lange an der Zeit, dass sich etwas bewegt im Umgang mit Migration – Verantwortung geteilt wird für die Ursachen, die Realitäten und die Lösungen. Es ist Zeit, dass die Lager evakuiert werden und die Flüchtenden ein respektvolles Umfeld finden können, in dem Leben in Selbstbestimmtheit möglich ist.

Eine der häufigsten Reaktionen kleiner Kinder strickender Eltern zwischen Berlin und Bambergen war: „warum können die Leute denn nicht einfach bei uns wohnen?“. Sehr gute Frage. Vielleicht haben ja einige von uns, die in diesen Wochen mitgemacht haben, hier und dort Kapazitäten fürs Weiterdenken und _handeln. Vielleicht können wir im Gespräch und im Kontakt bleiben. Vielleicht können viele kleine Handlungen wieder und wieder Wärme schaffen, sichere Häfen und Veränderung.

Einen riesengrossen Dank Euch, die dabei waren, ein paar Bilder fürs virtuelle Dabeisein –
und uns ALLEN eine friedliche, freundliche, weitherzige Zeit zwischen den Jahren.